Informationsabend
zum Tehma Hallen- und Freibad Minara

Informationsabend zur Zukunft des Hallen- und Freibades Minara


Am 13. Oktober haben Stadtverwaltung und Kur- und Bäder GmbH zur Bürgerinformationsveranstaltung zum Thema Hallen- und Freibad Minara in das Haus des Bürgers eingeladen. Rund 300 Bürger und Gäste waren der Einladung gefolgt und wurden von Bürgermeister Walter Klumpp, den Geschäftsführern der Kur- und Bäder GmbH Uwe Winter und Markus Spettel, sowie Stadtkämmerer Jörg Dieterle über die aktuelle Situation in Sachen Minara informiert.
 
Bürgermeister Walter Klumpp erläuterte zu Beginn die Entwicklungen seit der letzten Bürgerversammlung am 5. März 2015, in der den Bürgerinnen und Bürgern bereits der große Sanierungsbedarf des Minaras sowie die weiteren dringenden Sanierungs- und Investitionsmaßnahmen der Stadt dargelegt wurden.
 
Am 24.09.2015 hat der Gemeinderat eine Kostenobergrenze für die Sanierung bzw. einen Neubau in Höhe von 8,9 Mio. Euro festgelegt. Die beiden im Nachgang des Beschlusses beauftragten Fachbüros, die eine Sanierung bzw. einen Neubau berechneten, kamen allerdings zu dem Ergebnis, dass sowohl bei einer Sanierung (Komplettsanierung: rd. 12,2 Mio. Euro netto; Minimalsanierung: rd. 10,3 Mio. Euro netto) als auch bei einem Neubau (rd. 13,5 Mio. Euro netto) die Kostenobergrenze von 8,9 Mio. Euro überschritten würde. Daraufhin wurde geprüft, ob ein Cabriobad im Rahmen der Kostenobergrenze realisiert werden könnte. Das Projektentwicklerbüro Constrata wurde beauftragt, verschiedene Varianten zu berechnen. Die einzelnen in Frage kommenden Varianten wurden den Gästen in Kurzform präsentiert und die Kosten sowie die jeweiligen  ungedeckten Folgekosten benannt. Doch auch all diese Prüfvarianten mit Ausnahme eines reinen Freibades oder eines Schulschwimmbades kommen zu dem Ergebnis, dass die Kostenobergrenze von 8,9 Mio. Euro nicht eingehalten werden kann.

Bevor den Gästen die einzelnen Varianten vorgestellt wurden, erläuterte Uwe Winter, Geschäftsführer der Kur- und Bäder GmbH, den Bürgern die Frequenzentwicklungen des Minaras unterteilt nach den Nutzergruppen sowie die Entwicklung des jährlichen Defizites als auch die Entwicklung  der Besucherzahlen. Benannt wurden auch die einzelnen Schulen und Vereine, die das Minara derzeit nutzen. Leider gehen die Besucherzahlen in den letzten Jahren zurück und das jährliche Defizit erhöht sich. Potenzial sieht Uwe Winter nur im Ausbau der Kursangebote.
Markus Spettel, Geschäftsführer der Kur- und Bäder GmbH,  legte den Bürgerinnen und Bürgern dar, wie die aktuelle und zukünftige Situation des Wellness- und Gesundheitszentrums Solemar aussehen wird. Auch dieses wird über die Zeit älter, so dass mit einem steigenden Instandhaltungsbedarf zu rechnen ist. Das Zukunftskonzept 2030 sieht vor, dass in den nächsten 10 Jahren Reparatur- und Sanierungsmaßnahmen in Höhe von insgesamt rund 15 Mio. Euro umzusetzen sind. Diese sind wichtig und notwendig, um den Gesundheits- und Tourismusstandort Bad Dürrheim nachhaltig zu stärken und das Solemar wettbewerbsfähig in die Zukunft führen zu können. „Auch das Gastgewerbe, die Dienstleister und der Einzelhandel profitieren vom Tourismus“, machte Markus Spettel weiter deutlich. Diese tragende Säule der Stadt muss auch weiterhin ausgebaut und gestärkt werden, denn der Lebens- und Wirtschaftsstandort Bad Dürrheim lebt zum wesentlichen Teil vom Tourismus, dies lässt sich nicht wegdiskutieren.

Markus Spettel betonte weiter, dass die Kur- und Bäder GmbH die anstehenden Reparatur- und Sanierungsmaßnahmen nicht ohne die finanzielle Unterstützung der Stadt wird umsetzen können. In den vergangenen Jahren investierte die Kur- und Bäder GmbH zwischen 500.000 bis 750.000 Euro jährlich in die Sanierung ihrer Einrichtungen. Diese Kosten konnten aus dem laufenden Betrieb heraus im Rahmen des jährlichen Wirtschaftsplanes getragen werden. In den nächsten 10 Jahren rechnet die Kur- und Bäder GmbH mit jährlichen Instandhaltungs- und Sanierungskosten in Höhe von durchschnittlich ca. 1,5 Mio. Euro. Tatsache ist, dass die Kur- und Bäder GmbH voraussichtlich jährlich Zuschüsse von der Stadt in Höhe von bis zu 800.000 Euro benötigen wird. Daneben sollten zudem Investitionen in attraktivitätssteigernde Maßnahmen getätigt werden.
Stadtkämmerer Jörg Dieterle informierte die Gäste über die finanziellen Auswirkungen der einzelnen Varianten auf den städtischen Haushalt. Er legte dar, dass bei allen Varianten derzeit davon ausgegangen werden muss, dass in den Jahren 2019/2020 kein genehmigungsfähiger Haushalt aufgestellt werden kann. Begründet ist dies durch die zu geringe Zuführungsrate an den Vermögenshaushalt, mit der die Tilgungen nicht gedeckt werden können. Jörg Dieterle machte weiter deutlich, dass die Stadt neben dem Minara auch noch Pflichtaufgaben zu erfüllen hat. Im Investitionsprogramm des Haushalts 2018 sind neben dem Minara aktuell die Hallenerweiterung und Mensa der Ostbaarschule mit einem Finanzierungsaufwand seitens der Stadt von 1,7 Mio. Euro, der Neubau des Kindergartens in der Salinenstraße mit 3,2 Mio. Euro, die Maßnahmen im Rahmen der Stadtsanierung in Höhe von 1,4 Mio. Euro sowie die Glasfasererschließung mit 2,4 Mio. Euro veranschlagt. Nicht enthalten sind weitere Sanierungsmaßnahmen in der Innenstadt, Straßen- und Feldwegesanierungen oder die Erweiterung der Aussegnungshalle mit einem Gesamtaufwand von mehreren Millionen.

Bürgermeister Walter Klumpp fasste abschließend zusammen, dass nach den vorliegenden mittelfristigen Finanzdaten es so aussieht, dass bei einer Realisierung eines Bades so gut wie keine Investitionen mehr möglich sind. „Sollte ein Nachfolgebad in Betracht kommen, kann es sich nur um eine Frei-, Schul-/Vereins- oder eine kleinste Hallenbadlösung handeln“, so Klumpp. Weitere Steuererhöhungen sind aus seiner aber auch aus Sicht des Gemeinderates nicht mehr vertretbar.
Im Anschluss an die Vorträge erfolgte eine ergebnisoffene Diskussion mit den anwesenden Bürgern und Gästen. Mehrfach wurde die Meinung geäußert, dass das Minara für das Freizeit- und Sportangebot, besonders für Familien, Kinder und Jugendliche von besonderer Bedeutung sei. Es bedürfe ein Angebot für alle, die Schwimmen wollen – das Solemar könne dieses Angebot als reines Kur- und Wellnessbad nicht ersetzen. Vertreterinnen und Vertreter der Schulen gingen auf die Bedeutung des Minaras für den Schul- und Schwimmsport ein. Ebenfalls vertreten wurde auch die Auffassung, dass ein reines Freibad aufgrund der klimatischen Verhältnisse wenig Sinn machen würde. Auch die Variante eines reinen Schul- und Vereinsschwimmbades erhielt keine positive Zustimmung. Die Stadt wurde gebeten, langfristiger zu denken und die Kosten auf 30 – 35 Jahre umzulegen. Außerdem wurde der Vorschlag unterbreitet, Solartechnik einzusetzen. Dieser Vorschlag soll geprüft werden. Auf die Frage nach einer möglichen Steuerrückzahlung im Falle eines Verzichtes auf ein Nachfolgebad antwortete Bürgermeister Klumpp: In diesem Falle müsste geklärt werden, in welchem Umfang die Steuererhöhungen in künftigen Jahren wieder zurückgenommen werden können.“

Stadt und Kur- und Bäder GmbH werden nun das gewonnene Stimmungsbild in die weiteren Beratungen und Entscheidungsfindungen der einzelnen Gremien mit einfließen lassen. Eine  Entscheidung über die Zukunft des Minaras soll zeitnah getroffen werden.
 

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